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Bonität des Mieters prüfen: SCHUFA, Einkommen und DSGVO (2026)

28. Juli 2026· Aktualisiert July 28, 2026

Bonität des Mieters prüfen: SCHUFA, Einkommen und DSGVO (2026)

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Fachanwalt für Mietrecht.

Die Auswahl des Mieters ist die folgenreichste Entscheidung, die ein Vermieter trifft. Ein zuverlässiger Mieter zahlt jahrelang pünktlich; der falsche bedeutet Mietausfall über Monate und eine langwierige, teure Räumung. In Deutschland darfst du die Bonität eines Bewerbers prüfen, aber nur im Rahmen des Datenschutzes. Dieser Ratgeber erklärt, was Bonität bedeutet, wie du die Nachweise liest und wie Domily sie datenschutzkonform von den Bewerbern einsammelt.

Warum Bonität wichtiger ist als ein guter Eindruck

Bei der Besichtigung triffst du freundliche, gepflegte Menschen. Das sagt fast nichts darüber aus, ob die Miete die nächsten fünf Jahre pünktlich zum Ersten kommt. Zahlungszuverlässigkeit ist das, was du eigentlich einkaufst, und die siehst du keinem Händedruck an. Deshalb schlägt ein kleiner, strukturierter Satz an Unterlagen jedes Bauchgefühl.

Die gute Nachricht: Du brauchst nicht viele Dokumente. Drei Signale decken den Großteil des Risikos ab - die Selbstauskunft, der Einkommensnachweis und eine Bonitätsauskunft. Die Kunst liegt darin, sie zum richtigen Zeitpunkt einzuholen und richtig zu lesen.

So funktioniert die Prüfung auf Domily

Auf Domily sammelst du bei der Besichtigung gar keine Unterlagen ein. Jeder Bewerber füllt beim Bewerben dasselbe strukturierte Profil aus und hängt die geforderten Nachweise an - den Einkommensnachweis und, falls du sie verlangst, eine SCHUFA- oder Bonitätsauskunft. Du legst die Kriterien einmal pro Inserat fest, etwa das Verhältnis von Einkommen zur Miete und welche Unterlagen Pflicht sind, und die Plattform fordert Fehlendes nach und reiht die Bewerber, die sie erfüllen. Den gesamten Ablauf zeigt der Leitfaden zum Vermieten in Berlin.

Das ist zugleich die sauberere Antwort auf den Datenschutz. Die DSGVO erlaubt nur zu erheben, was für die Mietentscheidung erforderlich ist - deshalb ist es unverhältnismäßig, von jedem bei einer Massenbesichtigung eine SCHUFA-Auskunft zu verlangen. Weil die Bewerber auf Domily ihre Daten bewusst mit ihrer Bewerbung auf dein konkretes Inserat teilen, siehst du nur, was der Bewerber genau dafür bereitgestellt hat, und es bleibt bei der Bewerbung statt in deinem Postfach.

Die Nachweise der Bonität

  • Selbstauskunft. Die eigene Erklärung des Bewerbers: Name, Arbeitgeber, Einkommen, Anzahl der einziehenden Personen, Haustiere und ob ein Insolvenzverfahren läuft. Sie ist das Rückgrat der Bewerbungsmappe.
  • SCHUFA-Auskunft. Bewerber können den kostenpflichtigen SCHUFA-BonitätsCheck für Vermieter vorlegen oder die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO. Beide zeigen den Basisscore und, entscheidend, etwaige Negativmerkmale.
  • Einkommensnachweis. In der Regel die letzten drei Gehaltsabrechnungen, bei Selbstständigen der Steuerbescheid oder eine BWA vom Steuerberater. Mehr dazu im Leitfaden zum Einkommensnachweis für Vermieter.
  • Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Eine Bestätigung des Vormieters über ausstehende Mietschulden. Nützlich, aber nicht entscheidend, da keine Ausstellungspflicht besteht.

Wie du eine SCHUFA-Auskunft liest

Zwei Dinge zählen. Erstens der Basisscore in Prozent: höher ist besser, über etwa 95 % gilt als geringes Ausfallrisiko. Zweitens, und wichtiger, die Negativmerkmale. Ein einziger harter Eintrag - eine offene, unbestrittene Forderung, ein Mahn- oder Vollstreckungsbescheid oder eine eidesstattliche Versicherung - wiegt schwerer als ein mittelmäßiger Score. Eine saubere Auskunft ohne Negativmerkmale ist mehr wert als ein hoher Score neben einer offenen Schuld.

Die Drittel-Regel

Als Richtwert gilt: Die Kaltmiete sollte höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens betragen, du suchst also ein Einkommen von etwa dem Dreifachen der Kaltmiete. Das ist eine Orientierung: Nennenswerte Ersparnisse, ein unbefristeter Vertrag oder ein Bürge gleichen ein Einkommen aus, das knapp darunter liegt.

Fragen, die du nicht stellen darfst

Manche Fragen sind unabhängig von der Phase unzulässig: Schwangerschaft, Familienplanung, Religion, Parteizugehörigkeit, Herkunft oder Mitgliedschaft in einem Mieterverein. Bewerber dürfen bestimmte unzulässige Fragen sogar folgenlos unwahr beantworten - du gewinnst also nichts und setzt dich rechtlich aus.

Erst den zulässigen Preis, dann prüfen

Die Prüfung ist Schritt vier der Vermietung; die Preisfindung ist Schritt eins. Liegt deine Wunschmiete über der zulässigen Grenze, ist selbst der perfekte Bewerber ein Problem mit Ansage. Prüfe den zulässigen Wert mit dem kostenlosen Mietspiegel-Rechner und den kompletten Ablauf im Leitfaden zum Vermieten in Berlin. Suchst du einen Ersatzmieter mitten im Vertrag, klärt der Nachmieter-Ratgeber, wer wen prüft.

Häufig gestellte Fragen

Wie teilen Bewerber ihre SCHUFA auf Domily?

Sie hängen sie selbst an ihre Bewerbung an. Wer sich auf dein Inserat bewirbt, füllt ein strukturiertes Profil aus und lädt die geforderten Unterlagen hoch, etwa den Einkommensnachweis und, falls du sie verlangst, eine SCHUFA-Auskunft. Du sammelst nie Papiere bei der Besichtigung ein; du legst die Kriterien fest und prüfst jedes Bewerberprofil.

Welcher SCHUFA-Score ist für einen Mieter gut?

Der SCHUFA-Basisscore wird als Prozentwert angegeben. Über etwa 95 % steht für ein geringes Ausfallrisiko. Wichtiger als der Score ist aber, dass keine harten Negativmerkmale vorliegen, etwa offene Forderungen, ein Mahnbescheid oder eine eidesstattliche Versicherung.

Was passiert mit den Unterlagen der Bewerber nach meiner Entscheidung?

Auf Domily bleiben die Unterlagen bei der Bewerbung auf der Plattform, sodass du sie dort prüfst, statt sie selbst herunterzuladen und zu speichern. Die Finanzunterlagen abgelehnter Bewerber aufzubewahren, lässt sich mit dem Grundsatz der Datenminimierung kaum vereinbaren, deshalb ist es sauberer, sie bei der Bewerbung zu belassen.

Wie viel sollte ein Mieter verdienen?

Als Faustregel sollte die Kaltmiete höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens ausmachen, das Einkommen also etwa dem Dreifachen der Kaltmiete entsprechen. Das ist eine Orientierung, kein Gesetz, und lässt sich mit Ersparnissen oder einem Bürgen ausgleichen.

Ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ein verlässlicher Nachweis?

Nur bedingt. Ein Vormieter, der froh ist, dass der Mieter auszieht, unterschreibt sie unter Umständen trotzdem, und es besteht keine Pflicht, sie auszustellen. Werte sie als ein Signal unter mehreren, nicht als Garantie.

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