Kaltmiete vs. Warmmiete: Was steckt wirklich in deiner Miete? (2026)
4. April 2026· Updated April 4, 2026

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Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Fachanwalt für Mietrecht.
Wenn du in Deutschland eine Wohnung suchst, stößt du unvermeidlich auf zwei Begriffe: Kaltmiete und Warmmiete. Der Unterschied entscheidet, was du tatsächlich jeden Monat zahlst – und viele Mieter erleben eine böse Überraschung, wenn die "800-Euro-Wohnung" plötzlich 1.100 Euro im Monat kostet.
Dieser Ratgeber erklärt genau, was Kaltmiete und Warmmiete bedeuten, was jeweils enthalten ist und wie du deine tatsächlichen Wohnkosten korrekt berechnest, bevor du einen Mietvertrag unterschreibst.
Der grundlegende Unterschied
Die Kaltmiete ist die reine Grundmiete – der Betrag, den du für das Recht zahlst, die Wohnung zu nutzen. Sie deckt die Nutzung der Räume und nichts anderes ab. Alle Betriebskosten kommen zusätzlich hinzu.
Die Warmmiete ist die Kaltmiete plus die Nebenkosten (Betriebskosten). Das ist der Betrag, den du tatsächlich jeden Monat an den Vermieter überweist. Allerdings sind nicht alle Nebenkosten in der Warmmiete enthalten – dazu gleich mehr.
Was ist in der Kaltmiete enthalten?
Die Kaltmiete deckt ausschließlich die Nutzung der Wohnung selbst ab. Folgende Kosten sind nicht in der Kaltmiete enthalten:
- Heizung und Warmwasser
- Kaltwasser und Abwasser
- Strom (immer separat)
- Internet und Telefon (immer separat)
- Müllgebühren
- Hausreinigung und Hausmeister
- Aufzug, Gartenpflege, Gebäudeversicherung
Kurz gesagt: Die Kaltmiete ist "Miete ohne alles". In Berlin liegt die durchschnittliche Kaltmiete 2026 bei rund 12–14 €/m² in Neubauten und 8–11 €/m² im Bestand.
Was gehört zur Warmmiete?
Die Warmmiete setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:
Warmmiete = Kaltmiete + Nebenkosten (Betriebskosten)
Die Nebenkosten umfassen die in der Betriebskostenverordnung (BetrKV § 2) aufgelisteten umlagefähigen Kosten. Typischerweise:
- Heizung und Warmwasser (Heizkosten)
- Kaltwasser und Abwasser
- Grundsteuer
- Müllabfuhr
- Hausreinigung und Treppenhausbeleuchtung
- Aufzug
- Hausmeister
- Gebäudeversicherung (Feuer, Leitungswasser, Sturm)
- Gartenpflege
- Schornsteinfeger
- Kabel- oder Antennenanschluss (wenn im Mietvertrag vereinbart)
Nicht in der Warmmiete enthalten, obwohl oft gefragt:
- Strom – läuft immer über deinen eigenen Stromvertrag mit einem Anbieter deiner Wahl
- Internet und Telefon – separat abgeschlossen
- Hausratversicherung – deine private Sache
Wie berechnest du deine echten Wohnkosten?
Nimm die Warmmiete als Ausgangspunkt und addiere dann:
- Strom: ca. 40–80 €/Monat (1 Person), 70–130 € (2 Personen), 100–170 € (Familie)
- Internet: 25–45 €/Monat für 100–250 Mbit/s
- Eventuell Rundfunkbeitrag (GEZ): 18,36 €/Monat pro Haushalt
- Hausratversicherung (optional aber empfohlen): 5–15 €/Monat
Eine typische 2-Zimmer-Wohnung in Leipzig mit 600 € Kaltmiete könnte so aussehen:
- Kaltmiete: 600 €
- Nebenkosten: 180 € (Vorauszahlung)
- = Warmmiete: 780 €
-
- Strom: 55 €
-
- Internet: 35 €
-
- Rundfunkbeitrag: 18,36 €
- = Reale Monatskosten: ca. 888 €
Du zahlst also über 40 % mehr als die reine Kaltmiete. Plane das von Anfang an ein.
Warum wird in Inseraten meist die Kaltmiete angegeben?
Drei Gründe:
-
Rechtliche Bezugsgröße: Die Kaution (§ 551 BGB, maximal drei Monatsmieten) und die Mietpreisbremse werden auf Basis der Kaltmiete berechnet. Makler müssen also ohnehin die Kaltmiete angeben.
-
Optik: "750 € Kaltmiete" wirkt in der Suche attraktiver als "950 € Warmmiete" – obwohl beides dieselbe Wohnung sein kann.
-
Variable Nebenkosten: Die tatsächlichen Nebenkosten stehen erst nach der jährlichen Nebenkostenabrechnung fest. Der im Inserat angegebene Betrag ist eine Vorauszahlung (Nebenkostenvorauszahlung) und kann sich nach der Abrechnung erhöhen oder senken.
Warnsignale: Worauf du achten solltest
Unrealistisch niedrige Nebenkosten im Verhältnis zur Wohnfläche sind ein typischer Indikator dafür, dass du später eine hohe Nachzahlung riskierst. Als grobe Faustregel kannst du mit 2,50–3,50 €/m² für die gesamten Nebenkosten (warm) rechnen – alles deutlich darunter sollte dich skeptisch machen.
Pauschalmiete statt Vorauszahlung: Manche Vermieter vereinbaren eine Nebenkostenpauschale – du zahlst einen Festbetrag, und es gibt keine Abrechnung. Vorteil: keine Nachzahlung. Nachteil: keine Rückerstattung, selbst wenn die echten Kosten niedriger waren.
Fehlende Angabe zu Strom: Wenn im Inserat steht, Strom sei "inklusive", lies den Vertrag doppelt. In normalen Mietverhältnissen ist Strom nie in der Warmmiete enthalten – außer bei WGs oder möblierten Apartments.
Jahresabrechnung abwarten: Die erste Nebenkostenabrechnung bekommst du erst nach einem vollen Abrechnungsjahr. Rechne mit einer möglichen Nachzahlung von 200–800 € – gerade bei Heizkosten sind die Abweichungen groß.
Warmmiete-Bestandteile prüfen
Im Mietvertrag muss detailliert stehen, welche Nebenkosten der Vermieter auf dich umlegt. Nur Kosten, die im Vertrag explizit genannt sind, darf der Vermieter später in der Jahresabrechnung auch tatsächlich berechnen. Allgemeine Formulierungen wie "alle Nebenkosten gemäß BetrKV" sind zulässig, aber je konkreter, desto sicherer.
Nicht umlagefähig (darf also nicht in der Warmmiete stecken):
- Verwaltungskosten des Vermieters
- Instandhaltung und Reparaturen am Gebäude
- Bankgebühren oder Kontoführungskosten
- Rechtsschutzversicherung des Vermieters
Verwandte Ratgeber
Mehr Details zur Überprüfung deiner Jahresabrechnung findest du in unserem Nebenkostenabrechnung-Ratgeber. Wenn du gerade einen Mietvertrag vor dir liegen hast, hilft dir unser Mietvertragsratgeber, versteckte Kostenfallen zu erkennen. Und alles rund um die Höchstkaution haben wir im Kautionsratgeber zusammengefasst.
Fazit
Der Unterschied zwischen Kaltmiete und Warmmiete ist einer der wichtigsten Punkte, den du vor der Unterschrift eines Mietvertrags verstehen musst. Rechne immer deine echten monatlichen Kosten durch: Warmmiete + Strom + Internet + Rundfunkbeitrag. Nur so weißt du, was du tatsächlich zahlst – und welche Wohnung wirklich in dein Budget passt.
Und wenn du eine Wohnung mit transparenten, vollständig aufgeschlüsselten Kosten suchst, wirf einen Blick auf Domily – wir zeigen immer die vollständigen Kosten, nicht nur die Kaltmiete.
Frequently Asked Questions
Was ist der Unterschied zwischen Kaltmiete und Warmmiete?▾
Die Kaltmiete ist die reine Grundmiete für die Wohnung – ohne Betriebskosten. Die Warmmiete ist Kaltmiete + Nebenkosten (Heizung, Wasser, Müll, Hausreinigung, etc.). Die Warmmiete zahlst du tatsächlich monatlich; die Kaltmiete ist die Grundlage für Kaution und Mietpreisbremse.
Was ist in der Kaltmiete enthalten?▾
Die Kaltmiete deckt nur die Nutzung der Wohnung selbst ab. Nicht enthalten sind Heizung, Warm- und Kaltwasser, Strom, Internet, Müllgebühren oder Hausreinigung. Stell dir die Kaltmiete als 'Miete ohne Nebenkosten' vor.
Was gehört zur Warmmiete?▾
Warmmiete = Kaltmiete + Nebenkosten. Typische Nebenkosten sind: Heizung, Warmwasser, Kaltwasser, Müll, Hausreinigung, Aufzug, Hausmeister, Gebäudeversicherung, Gartenpflege. Strom und Internet gehören in der Regel NICHT dazu und zahlst du separat.
Warum wird in Inseraten meist die Kaltmiete angegeben?▾
Rechtlich werden Kaution und Mietpreisbremse auf Basis der Kaltmiete berechnet. Zusätzlich wirkt der Preis in Suchergebnissen niedriger, wenn nur die Kaltmiete genannt wird. Prüfe vor der Entscheidung immer die Warmmiete – das sind deine realen monatlichen Kosten.
Wird die Kaution auf Warmmiete oder Kaltmiete berechnet?▾
Die Kaution wird auf Basis der Kaltmiete berechnet. Nach § 551 BGB beträgt die Höchstkaution drei Monatskaltmieten – nicht drei Monatswarmmieten. Ein Vermieter, der drei Warmmieten verlangt, fordert zu viel.
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